Parution : T. Hlobil, Geschmacksbildung im Nationalinteresse, 2012

T. Hlobil, Geschmaksbildung im Nationalinteresse. Die Anfänge der Prager Universitätsäthetik im mitteleuropäischen Kulturraum 1763-1805, Wehrhahn Verlag, 2012

Das Buch bietet die erste Monographie über die Anfänge der Prager Universitätsästhetik. Es bringt drei Zugänge zur Entfaltung. Es untersucht 1.) die Prager Ästhetik-Vorlesungen von Carl Heinrich Seibt (1735–1806) und August Gottlieb Meißner (1753–1807) als Bestandteil der Geschichte der europäischen Ästhetik im 18. Jahrhundert, insbesondere der deutschen; 2.) die Entstehung des Prager Lehrstuhls für schöne Wissenschaften (Ästhetik) als einer der neuen Katheder an den Universitäten in der österreichischen Monarchie, die im Rahmen der aufklärerischen Reformen des Wiener Hofs errichtet wurden; und 3.) den Stellenwert der Prager Universitätsästhetik in der böhmischen Kulturtradition, die hier möglichst breit zu fassen ist, also nicht nur sprachlich auf das Tschechische begrenzt. Die Ästhetik, aufgefasst als eine Disziplin zur Kultivierung des künstlerischen, vor allem literarischen Geschmacks sowie Mittel zur Beruhigung der seelischen Leidenschaften und folglich Festigung der Moral, wurde im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts in der österreichischen Monarchie zu einem wichtigen Bestandteil der vom Hof realisierten Nationalerziehung. Unter Joseph II. wurde sie sogar Pflichtfach für alle Studenten der philosophischen Fakultäten. Trotz ihrer Nobilitierung blieb der Beitrag der Ästhetik für das Nationalinteresse vor allem aus der Sicht von utilitaristischen Pragmatikern sowie konservativen Kreisen nicht unumstritten.

Tomáš Hlobil, Prof. Dr.,geb. 1965, Professor am Lehrstuhl für Ästhetik der Karlsuniversität in Prag und am Lehrstuhl für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Palacký-Universität in Olomouc. Publikationen u.a.: »Jazyk, poezie a teorie nápodoby. Příspěvek k dějinám britské a německé estetiky 18. století« (2001) (Sprache, Poesie und Nachahmungstheorie. Ein Beitrag zur Geschichte der britischen und deutschen Ästhetik des 18. Jahrhunderts). »František Palacký: An Historical Survey of the Science of Beauty and the Literature on the Subject« (2002) (Hg.) Hg. der Zeitschrift »Estetika. The Central European Journal of Aesthetics«. Forschungsschwerpunkte: Europäische Ästhetik des 18. Jahrhunderts, Antikerezeption seit dem 17. Jahrhundert, Geschichte der Ästhetik in Böhmen im 18. und 19. Jahrhundert, Theorie und Geschichte der Historiographie der Ästhetik.

Parution : T. Hlobil, Geschmacksbildung im Nationalinteresse, 2012

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