Nouvelles règles d'écriture

Grillparzer Franz, 1820

 Franz Grillparzer
Aesthetische Studien. – Sprachliche Studien. – Aphorismen.
Verlag der J.G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger
Grillparzers sämtliche Werke
FĂĽnfzehnter Band, fĂĽnfte Ausgabe
Ed. par August Sauer
Neue Rechtschreibung.

(1820)

Es ist etwas Aehnliches im Gebrauch des Wortes bei dem Griechen und dem: erschrecklich der Oesterreicher, wenn sie sagen: erschrecklich schön, entsetzlich gut.

(1845–1846?)

Ein großer Nachteil der französischen Sprache gegenüber der deutschen besteht in der Allgemeinheit, in dem oft Unsinnlichen des Ausdrucks.
Z. B. die vielen Fügungen mit prendre, an dessen Stelle im Deutschen lauter genauer bezeichnende Zeitwörter stehen: prendre balcìne: Atem schöpfen, – tabac: Tabak schnupfen, – café: Kaffee trinken, – place: nieder sitzen.
Derlei weite Ausdrücke geben der französischen Sprache etwas Naives, es ist aber das Naive des Kindes, das noch nicht das bezeichnende Wort kennt und statt der Species die Gattungsbenennung braucht.
Der Franzose hat kein Wort fĂĽr stehen, reiten, schiffen, fechten u. s. w.
Wie viele Bedeutungen hat nicht unter anderm das Wort coup: boire un coup, Ă  coup sure, encore un coup.
Zum Singen ist die italienische Sprache, etwas zu sagen: die deutsche, darzustellen: die griechische, zu reden: die lateinische, zu schwatzen: die französische, für Verliebte: die spanische und für Grobiane: die englische.

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